Meilensteine
1884
Am 8.Mai wird der „Vorsorgeverein für Blinde“ im Casino Bern gegründet.
1898
An der Neufeldstrasse 31 in Bern entsteht für blinde Frauen das Heim des Vorsorgevereins für Blinde. Diesem sind eine Bürstenbinderei und eine Sesselflechterei angegliedert.
1902
Auch blinde Männer erhalten an der Neufeldstrasse 29 ihr erstes eigenes Heim.
1911
Es kommt zu Unstimmigkeiten: Die blinden Menschen wollen mehr Mitbestimmung und Eigenständigkeit und gründen deshalb den „Bernischen Blindenverband“ und kurz darauf den „Schweizerischen Blindenverband“.
1914
Die Spannungen eskalieren. Die blinden Menschen ziehen am 2.Dezember sogar vorübergehend aus, da die Heimleiterin entlassen wurde. Auslöser war eine allgemeine Unzufriedenheit, weil sie zu wenig Mitspracherecht hatten und eine ungerechte Entlöhnung für ihre Arbeit in den Werkstätten erhielten.
1916
Der Versorgungsverein zeigte sich nun kompromissbereiter und revidiert seine Statuten. Von nun an setzt er sich unter dem Namen „Bernischer Blindenfürsorgeverein“ (BBFV) für die Belange der blinden Menschen ein.
1929
Das baufällige Blindenheim wird neu renoviert.
1930
Im August kann das neue Gebäude bezogen werden, das anfänglich 28, später 39 blinden Menschen Platz bietet.
1952
Das Blindenheim schafft sich sein erstes Tonbandgerät an.
Dank Vereinbarungen mit der kaufmännischen Berufsschule und der PTT erhalten Sehbehinderte Zugang zu neuen Ausbildungsmöglichkeiten.
1954
Ein Elefant macht Halt im Garten des Neufeldhauses. Ein Zirkus machte mit ihm Werbung. Die Bewohner konnten ihn abtasten, berühren und sogar füttern.
1960
Die Einführung der Invalidenversicherung bildet ein wichtiger Pfeiler für das künftige leben aller blinden und sehbehinderten Menschen.
1964
Beginn des Neubaus für das Blindenheim mit einer Blindenwerkstätte an der Neufeldstrasse 95. Das Heim bietet Platz für 75 Pensionäre. In den Werkstätten finden 120 Behinderte Beschäftigung. Die Beratungsstelle richtet sich im renovierten Altbau an der Neufeldstrasse 97 ein.
1967
Eröffnung des neuen Blindenheims sowie der Vereinigten Blindenwerkstätten VBW. Das Heim ist sowohl Wohnstätte für jüngere Sehbehinderte im Erwerbsalter als auch Alters- und Pflegeheim für betagte und pflegebedürftige Blinde. Die Werkstätten erweitern ihr Angebot durch Pneumattenfabrikation, Bürstenmacherei und Mechanik.
1987
Der Bernische Blindenfürsorgeverein (BBFV) und der Schweizerische Blinden- und Sehbehindertenverband (SBV) legen ihre Beratungstätigkeiten zusammen und agieren neu unter dem Namen Beratungs- und Rehabilitationsstelle für Sehbehinderte und Blinde des Kantons Bern (BRSB).
1994
Das Heim startet mit einer neuen Wohngruppe für Blinde und Sehbehinderte mit Mehrfachbehinderung.
1995
Erstes Subventionsgesuch an den Kanton für die Renovation der Gebäude wird eingereicht.
2000
Die Werkstätten können neu auch Holzverarbeitung, Montage und Ausrüsten anbieten.
2001
Auf Betreiben des Kantons schliessen sich der Blindenfürsorgeverein BBFV und die Vereinigten Blindenwerkstätten VBW unter dem Namen Sehhilfe Bern zusammen.
Die Liegenschaft an der Neufeldstrasse 99 wird gekauft.
2002
Im Liebefeld wird ein neuer Produktionsstandort hinzugemietet, weil die Platzverhältnisse in der VBW im Neufeld nicht mehr ausreichen.
2006
Der Verein Sehhilfe Bern ist ein bedeutender Arbeitgeber in der Stadt Bern. Er beschäftigt im Wohnheim, den Werkstätten und in der Beratungsstelle rund 350 Mitarbeitende, davon sind rund 165 Mitarbeitende Menschen mit einer Behinderung. Im Heim wohnen 80 Personen. Im Februar werden das bereinigte Baugesuch und das Subventionsgesuch für den Umbau der Liegenschaften Neufeldstrasse 95 und 97/99 bei der Gesundheits- und Fürsorgedirektion eingereicht und am 18. Oktober vom Regierungsrat des Kantons Bern genehmigt.
Die Beratungs- und Rahabilitationsstelle zieht in ihre neuen Räumlichkeiten an der Zähringerstrasse 54.
2007
Im Januar startet die Sponsoringkampagne von 2007 bis 2009 zur Teilfinanzierung der geplanten Umbauten. Ebenfalls im Januar beginnen die Bautätigkeiten an der Neufeldstrasse 97/99.
Im April wird das Baugesuch für die VBW eingereicht.
Die Beratungs- und Rehabilitationsstelle feiert ihr 20-jähriges Bestehen.
2008
Im Februar beginnen die Bautätigkeiten an der Neufeldstrasse 95.
Die Werkstätten arbeiten ab Oktober mit der BAND-Genossenschaft zusammen.
2009
Das GEF bewilligt den Werkstätten 10 zusätzliche Arbeitsplätze im geschützten Umfeld.
Ab dem 2. Februar nennt sich die Sehhilfe Bern Blinden- und Behindertenzentrum Bern und erhält ein neues Erscheinungsbild.
Ab Mai ziehen die ersten Bewohnerinnen und Bewohner ins neu renovierte Wohnhaus B zurück und ab 1.Juni nehmen die Werkstätten ihren gewohnten Betrieb in den komplett sanierten Räumen auf.
Am 12. September werden die Renovation und das 125-jährige Bestehen des Vereins gefeiert.

